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Kein Grund für Sekt und Feuerwerk

21 Prozent beträgt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern. Das sind genau 21 Prozent zu viel. Nach wie vor belegt Deutschland mit diesem Ergebnis einen der hinteren Spitzenpositionen im europäischen Vergleich. Die Lohnlücke hat sich in den letzten Jahren kaum geändert. Die Zahlen wirken wie in Stein gemeißelt.
Für Frauen endet das vergangene Jahr erst am 17. März. Ein Grund für Sekt und Feuerwerk ist das nicht: Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen vom 1. Januar an länger arbeiten müssen als Männer, um auf das gleiche Jahres-Bruttoentgelt zu kommen. Die Lohnlücke ist die offensichtlichste Ungerechtigkeit und hat viele Gründe. Er umfasst nicht nur den Lohnunterschied bei gleicher Arbeit, sondern auch bei gleichwertiger Arbeit: Frauen bekommen für exakt dieselbe Arbeit sechs Prozent weniger Gehalt als Männer.
Kersten Steinke, linke Abgeordnete aus Nordthüringen, betont: "der überwiegende Teil der Lohnlücke entsteht durch die strukturelle Abwertung von Arbeit, die überwiegend von Frauen getan wird. Erziehung, Pflege, Reinigungsarbeit - all die Arbeit, die notwendig ist, damit Menschen und Familien versorgt werden, wird noch immer deutlich schlechter bezahlt als die Herstellung von Autos und Waffen. Um diese Strukturen zu ändern, braucht es mehr als ein Gesetz: Es braucht ein gesellschaftliches Umdenken, das Menschen und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt und nicht die Herstellung von Produkten, die den meisten Profit abwerfen. Und es braucht eine Politik, die in soziale Infrastrukturen investiert und diese ausbaut, anstatt diese kaputt zu sparen. Denn je besser und flächendeckender die Kinderbetreuung und die Unterstützung von Menschen mit Pflegebedarf organisiert sind, umso mehr Möglichkeiten haben Frauen, erwerbstätig zu sein ohne auszubrennen."

Kersten Steinke, 13.03.2020