2. August 2018

Nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Ab 2019 soll es ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit geben. Doch fast 70 Prozent aller erwerbstätigen Mütter werden nichts davon haben, weil sie in zu kleinen Betrieben arbeiten.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung, der ein Rückkehrrecht in Vollzeit vorsieht, gilt erst für Betriebe ab 45 Beschäftigten. 14,4 Millionen Beschäftigte (38 Prozent aller Beschäftigten) arbeiten in einem Betrieb mit bis zu 45 Beschäftigten. Darunter insbesondere die Bereiche Hotel- und Gastgewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Erziehung und Unterricht.

Wie die Antworten der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage zeigen, trifft es besonders hart Mütter. Insgesamt sind es 5,6 Millionen Eltern, die in Teilzeit arbeiten, davon 90 Prozent Frauen. Während nur 5,7 Prozent aller Väter in Teilzeit arbeiten, sind es 64 Prozent aller Mütter. Teilzeitarbeit ist für viele eine prekäre Form der Beschäftigung.

Dazu erklärt Kersten Steinke, Abgeordnete aus Nordthüringen für DIE LINKE im Bundestag:

"Wenn über zwei Drittel der Mütter von einem Rückkehrrecht ausgenommen sind, dann ist das ein fatales politisches Zeichen. So ermöglicht man keine selbstbestimmten Arbeitszeiten und Lebensentwürfe für Frauen. Wir brauchen ein echtes Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit für alle. Dazu müssen wir Arbeit umverteilen und den Beschäftigten mehr Mitbestimmungsrechte in die Hand geben."

Kersten Steinke, 02.08.2018