14. Dezember 2018

Flächendeckende Versorgung mit Physiotherapiepraxen sichern

Die Nachfrage an physiotherapeutischen Behandlungen steigt von Jahr zu Jahr. Man muss lange suchen, um eine Praxis mit freien Terminen zu finden bzw. muss oft bei der Terminvergabe geschummelt werden, damit das Rezept noch fristgerecht umgesetzt werden kann. Das wird sich künftig auch nicht ändern, denn es gibt nicht nur Fachkräfteengpässe bei Physiotherapeutinnen und –therapeuten sondern auch der Nachwuchs an ausgebildeten Fachkräften bleibt weg. Kein Wunder, denn nicht nur die Einkommenssituation ist entwürdigend, auch die Ausbildung ist durch Zahlung von Schulgeld teuer und privat zu finanzieren. Das können bis zu 20.000 Euro sein!

Kersten Steinke, linke Abgeordnete aus Nordthüringen, hat dazu eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung ausgewertet: „Je 1000 Einwohner in Thüringen ist die Anzahl der Therapiepraxen trotz steigender Nachfrage relativ konstant geblieben: 1.049 (2013) und 1.054 (2015). In der Physiotherapieausbildung ist die Gesamtzahl der Schüler und Schülerinnen in Thüringen allerdings von 1.337 (2009/10) auf 668 (2016/17) gesunken.“ Das Bundesministerium für Gesundheit hat nun zwar ein Eckpunktepapier zur Sicherung und Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung inkl. Physiotherapie vorgelegt. Viele der Reformschritte kommen aber erst ab 2020 zum Tragen. Bei der Abschaffung des Schulgelds bleibt das Papier nach wie vor vage und lässt im Unklaren, wann mit einer flächendeckenden Umsetzung zu rechnen ist.

Deshalb hat die Fraktion DIE LINKE einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der eine sofortige, gesetzlich festgelegte Anhebung der Vergütung um 30% und eine Angleichung an das Lohnniveau von Krankenhäusern fordert. Darüber hinaus soll die Bundesregierung darauf einwirken, dass die Bundesländer das Schulgeld abschaffen.

Kersten Steinke, 14.12.2018