27. September 2019

Deutsche Einheit erst 2081 vollendet

Die meisten Ostdeutschen meistern den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Umbruch gut. Jedoch wurden viele Versprechen der deutschen Einheit nicht eingelöst. Die deutsche Einheit kommt auf vielen Gebieten nur im Schneckentempo voran. Das zeigt der Jahresbericht der Bundesregierung 2019. Die Wirtschaftskraft Ost wurde in einem knappen Vierteljahrhundert in Relation zum Westniveau nur um zehn Prozent gesteigert.

Kersten Steinke, linke Abgeordnete aus Nordthüringen, rechnet weiter: "Sollten wir in diesem Tempo weitermachen, vollenden wir die wirtschaftliche Einheit im Jahr 2081. Beinahe 100 Jahre nach der staatlichen Einheit! Die strukturellen Unterschiede können noch Jahrzehnte andauern, wenn die Bundesregierung nichts unternimmt. Aber es gibt noch weitere Baustellen, um im Osten die Landschaft erblühen zu lassen: so bei den Renten, den Löhnen, der Arbeitslosigkeit, der Abwanderung junger Leute und den ostdeutschen Führungspositionen. Sogar die Bundesregierung ist noch immer geteilt. Ein Drittel der Regierungsbeschäftigten arbeitet nach wie vor in Bonn und kostete dem Steuerzahler allein 2018 ca. 8,6 Millionen Euro. Die Linke fordert deshalb u.a. eine Ost-Quote, Anpassung der Löhne und Renten sowie den Vollzug des Regierungsumzugs!"

Kersten Steinke, 30.09.2019