17. September 2019

Altersdiskriminierung bei der KfZ-Versicherung wird fortgesetzt

Die Hoffnung für ältere Autofahrer auf günstigere KfZ-Versicherungsbeiträge hat sich nun zerschlagen. Im Februar diesen Jahres hatte der Petitionsausschuss des Bundestages die Bundesregierung angemahnt, die überteuerten Versicherungsprämien für Senioren abzuschaffen. Beispielsweise verlangen Versicherer ab dem 76. Lebensjahr schon einen Aufschlag von durchschnittlich 57 Prozent im Vergleich zu einem 55-jährigen Fahrer. Argumentiert wird bei den Zuschlägen für ältere Fahrer mit einer höheren Unfallzahl. Nicht berücksichtigt wird jedoch die Zahl und Schwere der Unfälle im Verhältnis der gefahrenen Kilometer. Die durchschnittliche PKW-Jahresfahrleistung in der Gruppe der Senioren ist deutlich geringer als in den anderen Altersgruppen. Die Bundesregierung hat eine unabhängige Prüfung und gesetzliche Regelung nun abgelehnt und nimmt die Versicherungen in Schutz. Sie hätten die beste Datenlage und stehen im Wettbewerb.

"Das ist unbegreifbar und absurd", so Kersten Steinke, linke Abgeordnete aus Nordthüringen, "denn ältere Personen werden auch öfter krank und zahlen dennoch nach dem Solidarprinzip ihre Krankenversicherungsbeiträge und nicht nach dem Alter." Die Linke fordert gesetzliche Regelungen, die Ältere nicht mehr diskriminiert. Prämienberechnungen und Risikobewertungen der Versicherungsunternehmen bedürfen einer dringenden unabhängigen und transparenten Prüfung.

Kersten Steinke, 17.09.2019