24. Oktober 2018

Politik darf sich nicht an Armut gewöhnen

Seit 22 Jahren gibt es nun schon die " Nordhäuser Tafel e.V.", die ich in dieser Woche besuchte, um mich über ihre Arbeit zu informieren. Über 14.000 Familien und Einzelpersonen wurden 2017 mit Lebensmitteln versorgt, um ihnen z.B. einen finanziellen Freiraum für einen Kinobesuch oder einen Ausflug mit den Kindern zu verschaffen. Die Suppenküche gab über 3700 Essenportionen aus. Ich erlebte ein engagiertes Team um Frau Rathenau, die dafür sorgen, die Not anderer Menschen zu lindern. Solch Engagement gehört für mich ins "Goldene Buch" einer Stadt. Doch es bleibt dabei: Ziel der Politik muss es sein, Tafeln überflüssig zu machen. Und das geht nur durch eine Anhebung der Hartz IV -Sätze und seine Umwandlung in eine Grundsicherung, die Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose und eine auskömmliche Mindestrente. Denn die Politik darf sich nicht an Armut gewöhnen.

Kersten Steinke, 24.10.2018