1. April 2019

Hinterbliebene entlasten – kein Betrug durch Totenscheine

Angehörige sind bislang verpflichtet, einen Arzt oder eine Ärztin zur Feststellung des Todes heranzuziehen. Da die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit dem Tod endet, müssen Angehörige die vollen Kosten für den Totenschein tragen. Die Abrechnung erfolgt allerdings nicht innerhalb der sozial gerechteren Honorarverteilung der GKV, sondern außerhalb der vertragsärztlichen Versorgung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).

„Das öffnet Tür und Tor für Betrugsfälle“, erklärt Kersten Steinke, linke Abgeordnete aus Nordthüringen. „Meist kennen sich die Hinterbliebenen mit den Abrechnungsverfahren nicht aus. Auch im Jahr 2019 gibt es erneut Presseberichte zu Betrugsfällen, in denen Ärztinnen oder Ärzte die vorgesehenen Gebühren überschreiten. Eine Prüfung und Übernahme der Rechnung durch die Krankenkasse würde Betrugsfälle verhindern, die trauernden Angehörigen entlasten und ihnen eine würdevolleren Umgang mit der schwierigen Situation ermöglichen. Durch die Streichung des Sterbegeldes im Jahr 2003 sind gerade Angehörige aus den unteren Einkommensschichten in besonderer Härte von den zusätzlichen Kosten des Totenscheins, für den mehr als 100 Euro anfallen können, betroffen.“

Deshalb fordert die Linke in einem Antrag, die Todesfeststellung als GKV-Leistung auszugestalten.

Kersten Steinke, 01.04.2019